Schwedischer Krautsalat (Pizzasalat) – eine kuriose Reiseentdeckung
Als wir vor einiger Zeit durch Schweden gereist sind, ist mir etwas aufgefallen, das ich vorher noch nie erlebt hatte: Egal ob Restaurant oder Take-away, zu praktisch jeder Mahlzeit gab es automatisch und gratis einen Krautsalat dazu. Kein Zusatzgang, keine Extrabestellung, einfach selbstverständlich Teil der Mahlzeit. In Schweden nennt man ihn "Pizzasallad", und er gehört dort fast so sehr zur Pizza wie der Käse selbst.
Woher kommt dieser Salat eigentlich?
Die Geschichte dahinter ist überraschend konkret. Der schwedische Krautsalat, bekannt als "Pizzasallad" – wurde 1969 vom italienischstämmigen Gastronomen Giuseppe "Peppino" Sperandio in seiner Pizzeria Piazza Opera in Stockholm erfunden. Er servierte den einfachen, sättigenden Weisskrautsalat gratis dazu, um seinen Gästen etwas zum Knabbern zu geben, während sie auf die frisch gebackene Pizza warteten. Inspiriert hat ihn dabei eine Kohlsalat-Erinnerung aus seiner Kindheit im Nordosten Italiens "kupus salata", die er für Schweden leicht angepasst hat.
Quelle: www.fontana.se
Aus dieser pragmatischen Idee wurde eine landesweite Tradition: Der Gratis-Krautsalat etablierte sich derart, dass er heute in praktisch jeder schwedischen Pizzeria zum festen Standard gehört. Interessanterweise mit Ausnahme jener, die von gebürtigen Italienern geführt werden, wo man bei der Pizza allein bleibt. Wir haben den Salat sogar auch auf Autobahnraststätten und in der Döner-Bude erhalten.
Der Erfolg dieser Idee lässt sich gut erklären: Weisskohl ist günstig, lässt sich in grossen Mengen einfach verarbeiten und hält sich dank Essig-Öl-Dressing sehr lange. Für Gastronomen eine praktische, kostengünstige Lösung und für die Gäste ein willkommener, kostenloser Zusatz, der schnell zur Kundenbindung wurde.
Warum er trotzdem Sinn ergibt
Unabhängig von der genauen Herkunft ist die Kombination clever: Rohes Weisskraut liefert Vitamine und Ballaststoffe, die durch das rohe Verzehren gut erhalten bleiben, und die leichte Säure des Dressings bildet einen angenehmen Kontrast zur eher schweren, käsigen Pizza. Ein einfacher Ausgleich, der das Gesamtgericht runder macht. Ganz unabhängig davon, ob am Anfang eine bewusste Gesundheitsidee stand oder einfach eine kulinarische Gewohnheit, die sich durchgesetzt hat.
Fazit
Für mich ist der schwedische Pizzasalat ein schönes Beispiel dafür, wie aus einer pragmatischen, fast zufälligen Idee eines einzelnen Gastronomen eine ganze kulinarische Tradition entstehen kann. Kein Gesundheitsprogramm, keine grosse Strategie dahinter. Einfach eine gute, einfache Idee, die sich durchgesetzt hat, weil sie funktioniert und schmeckt. Und genau das hat mich auf unserer Reise überzeugt: schnell gemacht, frisch, und die perfekte Ergänzung zu jeder Pizza.

Schwedischer Krautsalat (Pizzasalat)
Schwedischer Krautsalat (Pizzasallad) – die traditionelle Beilage, die in Schweden seit 1969 zu praktisch jeder Pizza gehört. Fein gehobelter Weisskohl in einem einfachen Dressing aus Olivenöl, Essig und Oregano, das ihm eine angenehm säuerliche Frische verleiht. Schnell gemacht, lange haltbar und der perfekte Kontrast zu jeder deftigen Mahlzeit.
Zutaten
- 1 Weisskohl
- 100 ml Olivenöl
- 100 ml Weisswein- oder Kräuteressig
- 1 EL Oregano
- 1 TL Salz
- 1 TL Weisser Balsamico (optional)
Zubereitung
- In einer kleinen Schüssel Essig, Olivenöl, Salz und Oregano gut verrühren.
- Die äusseren Blätter vom Weisskohl entfernen und den Kopf vierteln. Mit einem Gemüsehobel auf der feinsten oder zweitfeinsten Stufe in eine grosse Schüssel hobeln.
- Das Dressing über den fein gehobelten Kohl giessen und mit den Händen gut vermengen.
- Die Schüssel mit Folie abdecken und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Am besten schmeckt er, wenn man ihn am Vortag zubereitet. In einer luftdichten Box hält er sich im Kühlschrank ca. 5 Tage.
Nährwertangaben
Kalorien
281Fett
23 gGesättigtes Fett
3 gKohlenhydrate
14 gBallaststoffe
6 gNetto-Kohlenhydrate
8 gZucker
8 gEiweiß
3 gNatrium
140 mgCholesterin
0 mgFAQ
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In einer luftdichten Box hält er sich im Kühlschrank ca. 5 Tage.
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Ja, sogar empfohlen. Am besten schmeckt er, wenn man ihn am Vortag zubereitet und über Nacht durchziehen lässt.
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Auch Apfelessig funktioniert gut und bringt eine etwas mildere, leicht fruchtige Note. Reiner Balsamico würde dagegen zu süss und dunkel werden und die Optik des Salats verändern.
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Ja, das funktioniert genauso. Der Geschmack wird dadurch etwas erdiger, die Farbe kräftiger.
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Ja, alle Zutaten sind rein pflanzlich.
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Durch das Marinieren übernehmen Salz und das Essig-Öl-Dressing zwei sich ergänzende Aufgaben: Das Salz entzieht dem Kohl durch Osmose Flüssigkeit, wodurch er weicher und biegsamer wird und der Geschmack direkt ins Innere zieht. Essig und Öl sorgen zusätzlich für die typische Säure und Würze. Das Ergebnis ist ein Kohl, der seinen knackigen Biss behält, aber deutlich milder und bekömmlicher ist als roh direkt nach dem Schneiden.
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Er eignet sich auch gut als Beilage zu gegrilltem Fleisch oder Fisch, zu Sandwiches oder als frischer Kontrast zu deftigen Eintöpfen.
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Das würde ich nicht empfehlen. Durch das Einfrieren verliert der Kohl seine knackige Textur und wird beim Auftauen matschig.